Jasn Lazovic - Jasna`s Kreativ-Werkstatt

Er ist ein Knecht, doch ohne Lohn…

Er ist ein Knecht , doch ohne Lohn,
für Vater, Mutter, Tochter, Sohn.

Er steht ganz still und leis im Raum,
grad fürs Alter ein wahrer Traum.

Verrichtet Arbeit ohne Müh,
egal ob Mittag, Abend oder Früh.

Er schweigt und spricht niemals ein Wort,
allein kommt er vom Platz nicht fort.

So steht er dort Tag aus, Tag ein,
die Rätsels Lösung ist gar fein.

Du weißt, um wen es geht? Natürlich… den Stiefelknecht.

Diese Kolumne ist einem meiner netten Arbeitskollegen gewidmet, dem ich nicht nur viele grafische Hilfen zu verdanken habe sondern auch einige sonnige Momente während der Arbeitszeit. So manch ein E-Mail-verkehr erheiterte an grauen Tagen schon mein Gemüt. Ab und an endet die Verhandlung um eine grafische Datei dann so: „In Ordnung, ich schicke dir die Datei… ich hätte da aber eine Hütte, die müsste dringend gestrichen werden“. In diesem Fall konnten wir uns letztendlich darauf einigen, dass er auch mit einem Stiefelknecht zufrieden wäre und er mich dafür bis an mein Lebensende mit allen Dateien versorgen würde, die ich benötige. Wer kann so einem Angebot schon widerstehen? Lieber Matthias, mein erster Stiefelknecht ist für Dich (das Gedicht übrigens auch) – ich hoffe, er gefällt Dir.

Jasna Lazovic - Jasna`s Kreativ-Werkstatt

Foto: Jasna Lazovic – Das Lächeln, das Du verschenkst, kehrt zu Dir zurück…

 

Die junge Generation wird sich nun fragen: „Was um alles in der Welt ist denn das?“, „Ein Knecht, der sich um die Stiefel kümmert?“ Ja, so ähnlich könnte man das sagen. Denn bei Entstehung des Begriffs gab es tatsächlich einen Knecht, der beim Ausziehen der Stiefel behilflich war. Mittlerweile gibt es den natürlich nicht mehr. Wir können uns aber selbst Abhilfe schaffen, in dem wir uns einen eigenen Stiefelknecht bauen. Ein handliches Gestell also, das einem dabei behilflich ist, die Schuhe leichter vom Fuß zu streifen.

Nachdem ich eine ganz tolle Bau-Anleitung meines Kollegen bekommen hatte (er hätte wohl nicht gedacht, dass ich das wirklich ausprobieren werde), stelle ich Dir diese hier auch zur Verfügung. Denn bei so einer aussagekräftigen Darstellung, kann eigentlich gar nichts mehr schief gehen (Was, Du hörst hier Ironie heraus? Kann gar nicht sein*grins*).

Jasna Lazovic - Jasna`s Kreativ-Werkstatt

Foto: Jasna Lazovic – Anleitung zum Bau eines Stiefelknechts


Du benötigst:

  • Großes Holzstück: xx lang / xx breit
  • Kleineres Holzstück: xx lang / xx breit
  • Stichsäge
  • Akkuschrauber
  • 3x Holzdübel
  • 3 x Holzdübel-Zentrierspitzen
  • Holzleim
  • Meterstab / Bleistift
  • Schleifgerät / Schleifpapier

Am besten besorgst Du Dir die Holzteile schon in der passenden Größe, sonst musst Du sie, wie in meinem Fall, erst mit einer Kreissäge zuschneiden.

Male auf das größere Holzstück die Größe Diener Schuhferse auf (lieber etwas größer) und fräse den Teil mit einer Stichsäge aus. Markiere das kleinere Holzstück dann dort, wo es auf dem größeren Teil befestigt werden soll (also auf der unteren Seite, damit Dein Stiefelknecht dann auch „stehen“ kann). Nun male auf diese Markierung (auf das größere Holz) drei Striche für die Dübel auf, die die beiden Holzteile am Ende zusammen halten. Mit einem Akkuschrauber kannst Du jetzt die drei Dübel-Löcher bohren. Damit Du die Löcher auf dem kleineren Holzstück auf der gleichen Höhe bohrst, stecke die Zentrierspitzen in die bereits bestehenden Löcher auf dem größeren Holzbrett und platziere das kleine Brett mit viel Druck dort, wo es befestigt werden soll. Die Spitzen bohren sich in das Holzteil und markieren die Loch-Stellen dann auf der selben Höhe. Bohre auch diese Löcher vor.

Der Großteil ist jetzt schon geschafft. Jetzt kannst Du Deine beiden Holzbretter noch sauber abschleifen, um die Oberfläche angenehmer zu machen und die Kanten abzurunden. Gebe dann etwas Holzleim in die vorgebohrten Löcher und die Stellen, auf denen die Bretter zusammen kommen. Stecke die Dübel in die Löcher und verbinde somit beide Teile miteinander. Sinnvoll wäre es, Du machst Dein Holzgestell über Nacht mit zwei Schraubzwingen fest, damit der Leim trocknen kann. Fertig ist Dein neuer Mitbewohner.

Ich hätte nie im Leben daran gedacht, dass ich so ein Gestell irgendwann einmal brauchen würde und wäre auch nicht auf die Idee gekommen, das dann selbst zu machen. Doch hat man die Anwendung erst einmal ausprobiert, will man den kleinen Knecht so schnell nicht mehr hergeben. Ich werde mir also wohl auch noch einen basteln müssen, den ich dann selbst behalte. Man lernt tatsächlich nie aus.


Viel Freude beim Nachbauen!
Deine Jasna

 

Mein Tipp für Dich…

Damit Dein Stiefelknecht noch besser steht, kannst Du die beiden Standflächen (also am Fuß und an der untersten Kante des Holzteiles) mit einer Kreissäge quer absägen. So haben beide einen besseren Stand und können stabiler stehen. Außerdem wäre es sinnvoll, Deinen Knecht am Ende mit einem Holzlack oder Öl zu bearbeiten, damit die Oberfläche strapazierbarer ist.

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